Kann durch technologischen Fortschritt die Welt besser werden?
Wohl kaum, denn das allgemeine Denken folgt grundsätzlich linear geordneten Denkmustern.
Diesem dogmatischen Verhalten liegt ein entscheidender Irrtum zugrunde: Rückschritt, Rezession
und Schrumpfung werden prinzipiell als zu vermeidende Störfaktoren aufgefasst.
Konsequenterweise wird enorm viel Energie und Vermögen eingesetzt, um das absurde Wachstum
um jeden Preis aufrecht zu erhalten.
Dabei wird von Wohlstand geredet. Im Durchschnitt scheint es allen immer besser zu gehen.
Das ist entweder ein Irrtum, oder eine bewusste Lüge, jedenfalls eine statistische Fehlinterpretation
der Wirklichkeit, deren Resultat als objektive, messbare Realität, als DIE Realität, ausgegeben wird.
In der 'bürgerlichen' Debatte stützt man sich in der Regel auf diese monumentale Einseitigkeit und
behauptet, damit eine 'sichere' Zukunft planen zu können.Mit Schattenseiten will man sich ja eh
nicht befassen. Ein Risiko wird verniedlichend als 'Restrisiko' bezeichnet. Der eigene Wahnsinn im
Zusammenhang mit der lebensfeindlichen Ökologie und Ökonomie, zwei 'objektivierte' ideologische
Systeme, entgegnet jedem kritischen Denken und mit dem Vorwurf der ideologischen Befangenheit.
Und Trotzdem besteht ein 'Tag' aus dem Zusammenwirken von Tag und Nacht!
Auch der Atem folgt dem organischen Wechsel von Ein- und Ausatem.Solange wir in unserem
Alltagsleben, -empfinden und -denken nicht bereit sind, den Wert der Reduktion, des 'Rückschritts'
und damit des Verzichtes einzusehen und als wesentlichen Aspekt des Lebens zu würdigen, wird
wohl jede Bemühung um Fortschritt, Wachstum und Wohlstand bloss einem pathologischen Zustand
des existentiellen Unvermögens entsprechen.

Empathie ist Folge der Gleichwertung von Sympathie und Antipathie.